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Frühling 2021 1.6 - 28.6

1.6          Früh Tagwach, Beiboot und Solar haben wir am Vorabend schon eingeräumt. 08.40 Anker hoch. Draussen setzte schon der Nordwind wieder ein und beim Segelsetzen banden wir gleich schonmal ein Reff ein. Für ein kurzes Stück mussten wir mit 20-25kn gegenan, dann wenden um an der nördlichen Huk vorbeizukommen und Richtung Sucuraj abzufallen. Dann lief es toll bis etwa 3 sm vor Sucuraj der Wind abstellte. Mario hielt uns im Hafen einen Platz frei da es nur Platz für ca. 10 Schiffe hat. Lagen mit Morring an der Aussenmole. Haben im Rest. Fortica hervorragend gegessen, das Filet (Bisteca) war genial! Nachts hat der Wind leider auf SE gedreht und der Schwell stand rein, daher eher eine unruhige Nacht.

2.6          Der SE Wind blieb uns erhalten, darum um die Südhuck von Hvar und den Halbwinder gesetzen. Traumhaftes Segeln bis kurz vor Vrboska der Wind abstellte. In der ACI festgemacht, Platz 20 an der Innenseite der Aussenmole war perfekt. Alle Charterschiffe die noch kamen mussten oben an der Aussenseite festmachen, visavis von uns gab es keine Moorings mehr.

3.6          Heute Ausflug mit dem Bus nach Hvar geplant. Der Bus fuhr alle Dörfchen ab und wir bekamen einen wunderbaren Eindruck des Inselinnern. Irgendwie kannten alle Passagiere sich untereinander. Hvar war eine wunderschöne Stadt, 

in der Tapasbar gegessen, etwas rumgequatscht und den Tag genossen. Abends mit dem gleichen netten Buschauffeur zurück.

4.6          Wollen um die Ecke in die Luka Tiha, erste Bucht westlich hat nur 4 Moorings, um Wolfgang und Petra der SY Gian zu treffen. Konnten teilweise segeln und verbrachten einen gemütlichen Abend mit gemeinsamen kochen bei Ihnen an Bord.

5.6          Abschied und dann Richtung Vis losgefahren. Von Anfang an segeln möglich, bei Hvar 17kn der nach der Vodnjakinsel wieder abnahm. Bis etwa 3 sm vor Vis hielt er aber doch durch. An der Boje im westlichen Teil festgemacht. Spaziergang durch das gemütliche Dorf und Pizza zum Abendessen.

6.6         Heute leider etwas bedeckt. Bleiben aber trotzdem und machen gemütlichen Tag. Einkaufen.

7.6          Nachts etwas Regen, am Morgen noch bedeckt, trotzdem Leinen los. Vor der Einfahrt Wind aus SE mit 15-18kn herrliches segeln mit bis zu 7.5kn fahrt. Zwischen Hvar und der durchfahrt Brac/Solta Flaute! Also noch etwas Batterien laden und zusammen mit Murmur im kleinen Ort Stomorska auf Solta fest gemacht. Zusammen einen schönen Abend bei einem guten Nachtessen verbracht.

8.6          Murmur muss zurück nach Trogir und wir werden heute bei WNW aufkreuzen. Zuerst noch tanken in Rogac, und dann schönen Wind mit 10-12kn und flacher See. Bis vor das Leuchtfeuer Ploca bei der Einfahrt Rogoznica gesegelt. Boje in der hinteren Bucht genommen.

9.6          Ruhig gelegen, Dorf und See (Auge des Adlers) besichtigt, dann die Marina Frapa angeschaut: Chickimiki  Aperitiv vor dem Dorfsteg

10.6       Heute morgens früh los, wir wollten nach Sibenik. Also 07:15 Leinen los. Timing hat geklappt, bis Zlarin ruhiges Wasser, dann setzte der Westwind ein, kamen aber gut bis Sibenik und dann den Kanal hoch bis Skradin. Am Gemeindesteg festgemacht. Aperitiv mit österreichischem Schiff von Stefanie und Glen. (Harlber Rassy 352)

11.6       Tag in Skradin. Zum Fort hochgelaufen. Es wird richtig Sommer 33°! Stefanie und Glen wiedergetroffen und Pizza essen gegangen.

12.6       Mit Motor bis Sibenik dann wunderbares Segeln, aufkreuzen mit bis zu 20kn aber kein Seegang. Anstatt in die Bucht im Süden von Murter entschieden wir uns am Wind bis nach Murter reinzusegeln. Vor dem Leuchtturm Segel geborgen und reinmotort. Gegenüber der Marina Hramina hinter Insel Mali Vinik gut geschützt geankert. Hier waren wir besser vor dem NW geschützt als an der offiziellen Ankerstelle. Herrlich ruhige Nacht.

13.6       Weiter mit Motor und Segel da wiederum sehr schwachwindig. In die wunderschöne Bucht Sv Ante auf Pasman. Herrlicher Nachmittag mit schwimmen und Siesta. Traumhafter Sonnenuntergang und lauer Abend. In der Nacht dann der vorhergesagte NE mit bis zu 25kn, hat recht geheult im Rigg, Anker hielt aber.

14.6       Anker hoch und Richtung Norden weiter, NE hielt noch den Vormittag durch und wir segelten mit bis zu 7,5kn. Super. Zwischen Dugi Otok und Sestrunj kehrte er auf NW. Somit nicht mehr in die Bucht von Veli Rat sondern wenden und nach Moline vor Anker. Ist auch bei dem NE heute Nacht besser geschützt.

15.6       Absolut ruhige Nacht. Am Morgen Anker hoch und traumhaftes segeln. Rauschende durchfahrt zwischen Tun Veli und Molat. Molat wollen wir aber nicht hin darum weiter bis Veli Rat. Festmachen an Boje. Spaziergang zum höchsten Leuchturm, traumhafter Abend mit Aperitiv in der Bar beim Zeltplatz.

16.6       Ruhetag, wechseln der Boje das wir den Leuchtturm auch aus dem Cockpit sehen. Spaziergang zum Leuchtturm. Gutes Abendessen im Zeltplatz Restaurant an traumhafter Lage.


     17.6       Nun doch weiter Richtung Nord. Um 09:00 ablegen, kam heut nicht zum einkassieren. Zwischenstop  vor dem Schiffswrack nördlich Dugi Otok. Frühstück und dann Ausflug mit dem Beiboot um das Wrack von nahe zu besichtigen. Dann Anker hoch, wir probierten bei 4kn Wind zu segeln, aber mit 2,5kn Fahrt kommt man nirgends hin. Darum abbiegen und in Ist an die Mole. Es gibt keine ersichtlichen Baufortschritte, keine Bojen, Hafen zu und nur der Eckplatz mit Moorings ausgerüstet. Wir hatten aber das Glück das er frei war und mussten auch nicht dafür bezahlen. Essen in Piwis Lieblingsrestaurant.

18.6       Heidy macht noch Fahrradausflug über die Insel, danach auslaufen und auf der Landseite Nordwärts. Westwind mit 15kn lässt uns toll segeln. Festmachen in Ilovik nach traumhaftem Segeltag.

19.6      Spaziergang und Kaffee im Dorf, dann los Richtung Punta Kriza auf Cres. Nach etwa 1/3 ohne Wind setzt der Westwind wieder ein und lässt uns bis in diese traumhaft ruhige Bucht segeln. An Boje festgemacht.

20.6       Bleiben liegen weil heute kein Wind, also Kajak zum ersten Mal aufgeblasen und eingewassert. Haben toll die Bucht abgepaddelt. Heute Sonntagabend kommen die Charterschiffe von Punat! Keine Boje meht frei aber alle ruhig und friedlich.

21.6       Der angesagte Südwind ist da, also Leinen los und Segel hoch. Traumhaftes vorankommen. Können bis kurz vor die Einfahrt von Punat segeln, 2 Halsen waren nötig das der Wind nicht zu achterlich wurde. Einlaufen und festmachen am B5 777-3. Deutsches Paar auf Motorboot Steuerbord, Kroatisches Pärchen auf Backbord. Sympatisch und friedlich.

22-28.6 Service am Motor, der Dieselfilter war ziemlich zu, ansonsten alles gut. Dann Projekt tropfender Boiler. Wir haben ihn demontiert, und der Chromstahlschweisser hat ihn neu geschweisst. Das Zerlegen mit Wärmetauscher und 230V Einsatz war etwas kompliziert. Am Schluss aber wieder alles an Ort und Stelle und er scheint sogar dicht zu sein! Das 9 Bofora hat sich mächtig gemausert, Pizza besser und Gerichte von der Wok. Super. Das Marina ist wie immer top. 

Frühling 2021 15.5 - 31.5

15.5       In der Nacht kam eine Gewitterfront über uns, bei 22kn steckte ich nochmals 10 Meter Kette, um 02:30, bei 33kn brach der Anker aus dem schlechten Ankergrund aus. Wir waren schon wach als der Ankeralarm losheulte, also ins Ölzeug Motor an und 40m Kette reinholen. Zum Glück hatten wir viel Platz um uns. In stockdunkler Nacht zurück an unseren Steg vor Korcula und wieder längsseits angelegt. Was für ein Tag!! Kamen noch zu ein paar Stunden Schlaf, es regnete auch noch den ganzen Vormittag. Als wir so langsam aufbrechen wollten kam eine liebe Frau aus der Nachbarschaft mit einem Sack voll frischem Salat und Rucolla und einem 2. Sack voll Erdbeeren, einfach so. Sie sprach gut Englisch und wir konnten noch etwas tratschen. Trotzdem dann aber Leinen los, Ziel die offenbar gut geschützte Bucht Racisce. 30m Kette auf 5m Tiefe. Restaurants noch alle zu und wir wollen das schlechte Wetter bis Dienstag abwarten. Sind noch etwas übernächtigt.

16.5       Absolut Windstille ruhige Nacht, abseits der Auffahrtsfestivitäten an Land, aber auch die wurden irgendwann müde. Wir wollten die 20-25kn SE die für die nächsten 2 Tage angesagt waren nicht hier verbringen, darum Anker hoch und die 15 sm in Angriff genommen. Wenig Wind, SE 8kn aber das Gross hat etwas mitgeholfen. Einlaufen in Polace, eine absolut traumhafte, rundum geschützte Bucht. Einmal die Bucht abgefahren und dann vor der Ortschaft die Boje des Restaurants Ancora genommen. Der Besitzer kam dann auch bald vorbei, fragte ob wir Essen (Takeaway) wollen, hat uns trotz Absage ganz herzlich willkommen geheissen und erklärt das wir an seiner Mooring die Parkgebühren nicht bezahlen müssen. Wir schliefen wunderbar, draussen blies der SE.

17.5       Am nächsten Morgen bestellten wir das Nachtessen, Oktupus Salat und Tuna mit Salat, dann 2 x Fischfilet mit Gemüse und Kartoffeln Mangold. Fragten ihn auch nach Fahrrädern, er meinte er hätte 2 und würde sie für uns rausstellen. Ausflug um den grossen V. Jezero See, mit Bootsausflug zum Kloster der hl Maria und wieder über den Berg zurück. 15km hatten uns ganz schön geschafft, aber es war traumhaft schön. Das pünktlich gebrachte Nachtessen, inkl. einer Flasche seines eigenen Weines schmeckte absolut spitze. Wir überdachten nun unseren Terminplan, Morgen guter Westwind, Dubrovnik Sa/So nicht optimal, alle Charterschiffe werden zurückgegeben, also den schweren Entscheid gefasst morgen in einem Zug nach Dubrovnik.

18.5       Anker hoch, noch wenig Wind, entlang der Insel Mijet half die Maschine mit und in Küstennähe schob der Strom mit 1,5kn. Kaum aus der Abdeckung von Mijet kam der Westwind mit 20-25kn, Supersegeln, umso näher wir Dubrovnik kamen umso höher wurde der Seegang mit Schwell aus Süden, zudem setzte der Strom gegen die Welle, es entstand eine absolut kurze 2m hohe Welle. Vor der Durchfahrt zwischen den vorgelagerten Inseln Grossegel geborgen und nur mit gereffter Genua eingelaufen. Den Kanal hoch zur ACI Marina. Von der neuen Frapa Marina, die näher bei der Altstadt liegt, haben wir gehört das sie dem Schwell der Fähren voll ausgesetzt ist, zudem teurer ist und obwohl näher bei der Altstadt muss doch ein Taxi genommen werden.

19.5       ACI Marina liegt perfekt, Bus Stop am Eingangstor, Bus 1A oder 1B bis Endstation vor der Altstadt. Wir genossendie traumhafte Altstadt ganz ohne Touristen. Die Stadt auf der Festungsmauer umgangen, knapp 2km und nur 5 anderen Personen begegnet. Pizza in der Altstadt geteilt, als sich jedoch Gewitterwolken näherten kehrten wir etwas früher als geplant aufs Schiff zurück. In der Marina bis zu 34kn Wind, die Gangway wurde hochgehoben und hat den Fahnenstock abrasiert. Zum Glück blieb er an Bord. Nachts hat sich alles wieder beruhigt.

20.5       Ausflug auf den Aussichtsberg oberhalb der Altstadt. Traumhafter Ausblick. Mittagessen in der Bota Shusi and Oyster Bar. Auf dem Nachhauseweg wurden wir heute kurz verregnet dafür aber die gesuchte Zündkerze für den Aussenborder gefunden.

21.5       Nochmals Altstadt und Fort vor der Altstadt besichtigt, wiederum essen in der Sushi Bar. Neue Nachbarn mit Sunbeam 44 aus Österreich. Herbert und Ilse. 

22.5       Bootstag, Heidy plante Shopping Tour nach Dubrovnik auf der Suche nach Nagellack. Fahnenstock repariert mit eingesetztem 8mm Bohrer als Verstärkung.

23.5       Bleiben noch einen Tag in Dubrovnik. Geniessen nochmals die auch am Sonntag wenig besuchte Stadt. Aperitiv mitten in der Altstadt. Mittagessen natürlich in der Sushi Bar!

24.5       Montag, Leinen los aus Dubrovnik. War eine großartige Zeit und auch die ACI Marina war toll. Heutiges Ziel Mijet, Bucht Okuklje. Da soll es ein kroatisch/schweizerisches Restaurant geben. Wind schwach aus SE, in der Abdeckung der Inseln noch Segel gesetzt, Halbwinder und Gross. Ausserhalb war aber der alte Schwell so hoch das die Segel nicht mehr standen, also Motor an. Festmachen mit Mooring an Stegen vor dem Restaurant. Empfang der Restaurant Mannschaft pflichtgemäss, aber nicht enthusiastisch. Essen war Durchschnitt aber lustig zusammen mit Herbert und Ilse. Nachts wussten wir das der Jugo zunehmen soll, waren aber überrascht, wie stark die Böen in die Bucht schossen. Haben mitten in der Nacht 2. Mooring genommen und den Abstand zum Steg vergrössert. Trotzdem nicht gut geschlafen mit all dem gepflotsche am Heck.

25.5       Morgens trenne wir uns von Herbert und Ilse die in die ACI Marina nach Korcula fahren wollen. Wir waren noch unschlüssig ob wir nochmals zu Pedro nach Polace wollten oder ? Wettervorhersage für die nächsten Tage ist NW 15-20kn. Also so lange wollen wir nicht in Polace liegen. Lastovo ist zu weit mit sowenig Wind, also auch nach Kurcola, wieder an unseren Betonsteg wo wir zuerst mit Anker römisch/katholisch anlegen sollten. Überredeten den Marinero aber dann auf längsseits wie vor 10 Tagen mit Maschinenproblemen.

26.5       Herrlich ruhige Nacht, tat gut nach gestern. Die Winde versprachen West bis NW bis 15kn. Also nach Bankomatbesuch am morgen (06:30) Leinen los Richtung Lastovo. Unsere liebe Freundin Tatjana, die uns das letzte Mal mit Gemüse und Erdbeeren überraschte, bringt uns zum Abschied noch einen Glücksbringer, einen gehäkelten Oktopus. Der Wind kam aus West aber nur mit 8kn, auch für Amwind knapp. Vor den Inseln Segel runter und die Inselchen angeschaut. Dann nach Skrivena Luka eingelaufen. Am Steg von Porto Rosso mit Mooring festgemacht. Traumhaft schön. 

Am Steg 1 Nacht 250kn, 2. Nacht 200kn, 3. Nacht 150kn!! Mit Strom, Wasser und perfekten Duschen.

 Das Restaurant liegt traumhaft, wir werden es morgen testen. 

27.5       Hafentag, Schiff Unterwasser und Schraube gereinigt etc.

28.5       Für heute können wir das Auto von Tonis Onkel mieten (150kn) Erkunden die ganze Insel, Lovosto Stadt ist mehr Museum als lebende Stadt aber mit einer ganz speziellen Atmosphäre. Wunderbare Landschaften und Wälder, Höhepunkt war aber die Aussicht von Hom, dem höchsten Berg der Insel. Auf der Sitzbank fiel mir noch das Portemonnaie aus der Tasche. Gemerkt habe ich es erst kurz vor dem Hafen, also ganze Fahrt nochmals zurück und siehe da es lag einsam auf der Bank! Was für eine Erleichterung. Abends hatten wir ein herforragendes Nachtessen im Restaurant, bis und mit Palatschinken mit Sauerkirschen und Vanilleeis, dazu ein Muskateler.

29.5       Leinen los, südlich die Insel umrundet und durch den Kanal wieder Richtung Norden. Wind West 8-12kn, die Maschine lief mit, weil wir wollten nicht nochmals in Korcula übernachten sondern bis in die Bucht Loviste in Peljesac. Um die Osthuk von Korcula konnten wir mit 7kn segeln, im Peljesac Kanal hatten wir den Wind dann auf die Nase. Dank gereinigtem Unterwasser auch bei 25kn noch 4.8 kn. In der Bucht dann wieder flaches Wasser und guter Ankergrund. Hatten in der Nacht dann wieder Böen aus West mit 20-25kn, Anker hielt aber perfekt. Haben uns trotzdem den Ersatz unseren 50m 8mm Kette durch 80m 10mm Kette auf die ToDo Liste zu setzen.

30.5       Genossen die wunderbare Ruhe in dieser Bucht. Abends kam noch ein englisches Boot, eine Bowman 40 mit einem Ehepaar und 2 Kindern, die seit 1,5 Jahren unterwegs sind und im Herbst für eine Saison in die Karibik wollen. Toll. Ruhige Nacht ohne Wind.

31.5       Entschlossen uns einen Tag in dieser traumhaften Bucht zu verbringen. Ausflug ins Dorf mit Kaffee trinken und einkaufen, dann wieder zu einem gemütlichen Nachmittag aufs Schiff. Geniessen die Aussicht und das klare Wasser. Abends nochmals Ausflug mit Dinghi ins Dorf zum Nachtessen, brachten es erstmals zu zweit ins gleiten! Das Restaurant meinte wir müssten nicht reservieren, auch wenn heute der strengste Tag der Woche sei. Recht hatte er, wir waren absolut für uns. Gegen Abend füllte sich der ganze östliche Teil der Bucht mit Schiffen. Der durch den starken Westwind verursachte Schwell verhinderte dann aber alle mit dem Beiboot rüberzufahren. In der Nacht legte sich der Wind, somit legte sich auch der Schwell und vorallem gab es kein Chaos in der Ankerbucht durch drehende Winde.


Frühling 2021 14.4 - 14.5

14.4.      Anreise aus der Schweiz, Problemlos durch Italien und Slowenien, Kroatien kontrollierte                       Online Anmeldung und Covidtest.

16.4       Da wir einen in der MArina  Punat einenTrockenplatz haben, gilt das Schiff im Wasser ist jetzt  als "in Transit", darum mussten wir auf Platz B1/526-12 verlegen.

21.4       Leinen los, Wetter schön aber kühl. Ziel Kriza Bucht. Wind aus SE frischte aber bis 20 kn auf,       gegenan nicht schön und saukalt, unser Ziel Bucht Supertaska Draga auf Rab. Abfallen und 7kn fahrt so macht segeln Spass. Anker fest in nordöstlicher Bucht. Traumhaft ruhige Nacht.

22.4       09:30 Anker hoch, immer noch SE aber nur 10kn. Südlich Cres stellt der Wind ab. Motorsegeln nach Illovik. Noch keine Moorings ausgebracht, darum im Innenhafen längsseits. Alles noch geschlossen.

23.4       Spaziergang über die Insel. Herrlich diese Ruhe. Beim Nachhauseweg sitzt der Chef mit Kollege vor dem Restaurant Esempio. Auf die Frage ob er offen hat, verneint er, aber er bringt uns gerne eine Fischplatte aufs Schiff. Schmeckte herrlich.

24.4       Leinen los, herrliches Segeln. ENE mit 5. Einlaufen Bozava, Seitenwind und unklare Moorings, mit Kiel etwas aufgeschlagen, am Schluss klappte es aber. Restaurants sind alle geschlossen dafür aber ruhige Nacht.

25.4       Leinen los, W -NW schönes Segeln. Leinen fest auf Pagan in der Bucht Soline, herrlich, einziges Schiff an der Mooring, keiner kommt kassieren, duftet herrlich nach Föhren. Windstille Nacht

26.4       Wegen schlechter Wettervoraussage wollen wir weiter, Richtung Murter. Motoren und festmachen in der Marina Hramine.

27-28.4 Geniessen Murter mit Velo Ausflügen und Spaziergängen. Zur Kapelle Sv. Rosa spaziert, superschnöne Aussicht.

29.4       Leinen los, mit SE 5 mit gereffter Genua schönes Segeln. Leinen fest in Zlarin.

29-1.5 Hafentage wegen SE bis 30kn, bewölkt und kalt. Dorf aber wunderschön, Spaziergänge und Veloausflüge. Restaurant hat offen bis 20:00, haben fein zu Abend gegessen. Heidy macht Spaziergänge mit Hund Neo (Schapendoes) von der SY Elina (Österreich) Letzte Nacht legt Riesenmotorboot neben uns an, Aussicht nach Westen limitiert. 

2.5          Leinen los nach gemütlichen Tagen in Zlarin. Zuerst SW 3 später W – NW 5 herrliches Raumschotsegeln. Einlaufen Veli Drvenik, Wellenbrecher aber schon belegt und zum Ankern hat es zuwenig Platz weil rundum am Ufer Fischerboote vertäut sind. Also wieder raus, und Richtung Vinice. Es öffnet sich uns eine traumhafte Bucht, Platz zum Ankern rundum. Ankern auf der Westseite auf 5m. Bucht st ausser bei SE-E bestens geschützt. Abends kommen noch 10 Schiffe vom Sigicup. Chef vom Rest. Kupinica kommt vorbei und offeriert das Nachtessen zu bringen. Wir verschieben auf morgen. Bleiben liegen und geniessen Boatlife.

3.5          Spaziergang um die Bucht, Nachtessen wie vereinbart an Bord geliefert.

4.5         Wollen weiter auch wenn Windstill. Motoren rüber nach Solta und legen in Rogac an. Machen Spaziergang zum wunderschönen Ort Grohote. Ältestes Dorf der Insel, wunderbare alte Steinhäuser, alter Wehrturm und Basilika aus dem 17Jh. Bleiben vor Ort.

5.5          Verholen an die Tankstelle um aufzufüllen. Dann los Richtung Vis. Der SE drehte dann leider auf SSE und frischte auf. Also Wende und mit einem Schrik in den Leinen Richtung Stari Grad. Hafen war dann aber wegen einer Regatta mit 30 Schiffen voll, also ruhige Nacht in der Bucht Maslinica. Es kam noch ein Katamaran dazu, hatte aber Platz. Tagsüber wurde gleich nebenan der Fels für einen Neubau abgespitzt,eine recht lärmige Aktion.

6.5          Heute, nach Anmeldung in den Hafen von Stari Grad verholt. Traumhaft, am Quai, 

wenig Leute und wunderschöne Altstadt. Haben im Blue Doors bei Tadi gegessen. Absolut netter Kontakt, und leichte gute Küche. 00385 91 760 28 70


7.5          Hafentag, kurzer Veloausflug Richtung Fährterminal bis der Veloreifen platzte. Velo zurück geschoben und erst mal einkaufen gegangen. Dank Heidys rumfragen herausgefunden das die Eisenwarenhandlung auch Veloreifen verkauft und wir hatten das Glück das sogar 2 passende vorrätig wahren, inkl. Schläuchen. Also nichts wie an die Arbeit. Nachher nochmals Ausflug in das wunderbare Städtchen mit Abendessen bei Tadi. Kamen noch etwas lautere Nachbarn im Hafen an!

 

8.5          Leinen los und zurück um die Insel Hvar. Haben einen traumhaften karibischen Ankerplatz in SV Klemens gefunden. Der Wind sollte heute Abend auch nachlassen, wir geniessen die Ruhe.


 

 9.5         Eine herrliche ruhige und windstille Nacht verbracht. Die Bucht ist ein Traum. Da aber ab Morgen für fast eine Woche SE bläst, morgen und übermorgen bis 30kn und die Bucht gegen SE offen ist verlassen wir diesen Traum Richtung Korcula, Veli Luka, nicht ohne vorher mein erstes Morgenbad genossen zu haben. 18°. Ein wenig Wind aus West, also Halbwinder raus, nach nur kurzer Zeit drehte der Wind auf SW und nahm ab, weniger als der Halbwinder tragen konnte, also alles wieder runter und Motorsegeln. Boje in wiederum wunderbarer Bucht Sveti Ivan. Etwas mehr verbaut aber sauber und friedlich. Ankern geht nur noch rechts und links der nördlichen Durchfahrt, ansonsten zuviele Bojen.

10.5       Bleiben vor Ort, machen aber einen kurzen Ausflug nach Veli Luka. Also Leinen los. Im Ort gibt es immer noch ein paar Bojen, gehen aber längsseits bei der neuen Marina Korkyra. 1h 150kn, 2h 200kn inkl. Strom Wasser und Duschen. Duschen lassen wir, gehen aber das Dorf erkunden und ein paar Einkäufe erledigen. Danach noch das Wasser auffüllen und nach 2h wird uns nur eine verrechnet. Zurück in Sveti Ivan Grosse Überraschung, fast alle Bojen belegt, kriegen aber noch eine mit Sicht durch die südliche Einfahrt, alles gut. Die restlichen Bojen werden bis Abends noch alle belegt. Überraschend ruhige Nacht, 23:00 alle Schiffe ruhig.

11.5       Die starken SE Winde sind für heute Nachmittag und Nacht vorausgesagt, also wir machen einen gemütlichen Tag an Bord. Bis 11:00 sind alle Boote weg, abends kommen nur noch 3 neue. Nachts SE 25kn, Boje hält. Vor uns zerrt eine 57ft Jeanneau mächtig am Geschirr.

12.5       Leinen los, Besitzer von süssem Häuschen am Wasser wünscht uns gute Fahrt! Wind W 15kn also noch am Wind bis Leuchtfeuer Proizd, dann abfallen und mit herrlichem Raumkurs Richtung Pelejesac. 3 x Halsen und wir stehen vor der Einfahrt der Bucht Loviste. Wegen des Westwindes auf der Nordseite geankert. Nachts Gewitter 20-25kn aus Süd Nord und Ost!

13.5       Morgens noch bedeckt, haben Termin mit dem Mechaniker in Korcula. Zeitweise springt der Motor nicht an, man hört bloss das klicken des Relais. Also kurzer Schlag, Gross hauptsächlich zum Trocknen gesetzt. Längsseits an neuer Hafenmole in der Bucht Luka, gleich östlich vom Ort Korcula. Abends wurden 400kn einkassiert, doch etwas heftig für absolut keinen Service. Spaziergang in den wunderbar leeren Ort Korcula.

14.5       Mechaniker kam pünktlich alle Steckverbindungen kontrolliert und mit Kontaktspray eingesprüht. Wenn Problem nochmals auftaucht, muss Anlasser getauscht werden. Um nicht die Liegegebühren nochmals zu bezahlen wollten wir in der Bucht Ankern, auf 6-8m hielt der Anker 2 x nicht. Also, soll nicht sein, wir fuhren um die Ecke vor die Insel Badija und ankerten gleich vor dem alten Franziskanerkloster auf 6m tiefe mit 30m Kette. Spaziergang über die Insel, ein Hirsch kam aus dem Dickicht und schaute uns an. Als wir stehen blieben kam er auf uns zu. Wir hatten noch einen Apfel vom Picknick und er liess sich aus der Hand füttern. Absolut toll! Als wir ums Kloster spazierten kam uns der Aufseher entgegen, der auf unser Grüssen hin fragte ob wir Lust auf ein Glas Wein hätten. Das Angebot nahmen wir gerne an. Die Unterhaltung war lustig, er sprach nur kroatisch mit ein paar Brocken englisch, sein Angebot ob wir das Kloster und die Kirche besichtigen wollten verstanden wir aber und nahmen dies gerne an. Die Klosterzellen wurden aufwendig restauriert mit Klimaanlage Lift etc. und neben der Kirche gibt es noch 4 Kapellen. Das Kloster wird heute für christliche Meditationswochen etc. genutzt. Momentan aber alles geschlossen und der Aufseher wohnt ganz alleine auf der Insel. Es war ein einmaliges schönes Erlebnis.

Der Beginn eines Traumes

16. Juli 1990

Heute, am 16. Juli 1990, habe ich mich entschlossen mein Reisetagebuch um die Welt zu beginnen. Leider ist es bei weitem noch nicht so weit, dass der Abschied schon in nächster Nähe liegt. Nein im Gegenteil, wir haben noch einige Hürden und vor allem noch ein paar Monate harter Arbeit vor uns, freuen uns aber jetzt schon auf unsere letzten Arbeiten am Schiff welche uns schon ab dem 30. Oktober von fremden, sonnendurchflutet Gestaden träumen lässt.

Bevor ich mit dem eigentlichen Tagebuch beginnen möchte oder werde, empfinde ich es wesentlich meine Gedanken und Erinnerungen etwas in die Vergangenheit zu lenken um meine / unsere Gegenwart und Zukunft besser verständlich zu machen.

Nachdem sich mein Leben im Jahre 1985 total verändert hatte, konnte ich meinem Traum etwas mehr Freiheit gönnen und zusammen mit Christian denselben Traum nicht nur träumen, sondern auch beginnen zu verwirklichen. Da wir beide unsere B-Scheine schon besassen und uns mit dem Gedanken trugen, möglicherweise eines Tages, um die Welt zu segeln, kauften wir uns eine 10.5 m Yacht namens "Sun-Rise l' um die Möglichkeit eines Lebens an Bord auszuprobieren. Nachdem wir dann während 2 1/2 Jahren die Wochenenden als Boat-People auf dem Lago Maggiore verlebten und in der Zwischenzeit auch die benötigten Seemeilen auf Törns in den Balearen ersegelt hatten entschlossen wir uns unser schwimmendes Heim zu veräussern, um unbelastet einem grösseren diesmal Occasions-Schiff zu harren. Die Gelegenheit liess nicht lange auf sich warten und schon bald erspähte Christian im CCS-Heft "das" Schiff, welches uns sicher um die Welt begleiten würde.

Leider musste Christian zum Zeitpunkt als wir uns das Schiff ansehen wolIten, welches damals zum Verkauf auf Martinique stand, in den Militärdienst und somit oblag mir die Verantwortung "unser" Schiff, wenn immer möglich zu erstehen. Eine grosse Sache und ich reiste mit etwas beklommenem Magen nach Martinique. Marc und Miriam erwarteten mich auch ihrerseits mit zwiespältigen Gefühlen Eine Frau allein um ein Schiff zu kaufen, wenn das mal gut geht. Es ging, nachdem ich ca. Sfr. 700 - zum Telefonieren verbraucht hatte und somit fast jedes Detail des Schiffes meinem Miteigentümer und Goldstügg bekannt war, entschloss ich mich einen Vorvertrag zu unterschreiben und innert 10 Tagen eine Anzahlung zu leisten. Welche Freude wir hatten unser Schiff gefunden und waren unserem Traum einer Weltreise schon ein gutes Stück näher gerückt.

 

März 1988

- FRODON

Märchen für Erwachsene, "Herr der Ringe" in welchem Frodo der Held ist

So heisst unser Schiff und wir lieben sie jetzt schon heiss und innig. Die Frage ist jetzt nur wie kommt unsere Frodon in die Schweiz oder als erstes wenigstens nach Europa?

Marc hat sich anerboten die Frodon zusammen mit Miriam und seinem Vater bis nach Miami zu segeln. Christian hat sie dort dann übernommen. Leider war Marcs letzte Reise nicht ganz einfach, da er sich fast gezwungen sah, bedingt durch Motorschaden, hervorgerufen durch zugesetzte Kühlkanäle, Richtung Europa abzulaufen. Irgendwann kam dann doch wieder Wind und Miami in Sicht. Marc und Christian haben sich bemüht sofort einen neuen Motor zu finden und unser neuer Perkins wurde noch mit vereinten Kräften eingebaut. 

Marc war sichtlich traurig seine Frodon abzugeben aber Miriam konnte dieses Leben nicht mehr weiterführen und somit war es ein gemeinsamer Entscheid und auch ein weiser, gemeinsam auf dem Landweg, vor ihrer Rückkehr in die Schweiz, weiterzuziehen.


Unsere Frodon wird in einer Werft in Port Salerno Florida überwintern und hoffentlich können wir sie im nächsten Jahr, 1989 nach Europa verholen. Anfang April 1989 geht die grosse Reise los zusammen mit Peter und Marco werden sie Frodon über den Atlantik segeln. Viel wurde während dieses Winters vor dem Eskimo Ofen in Brissago besprochen. Aufregend war es für alle Beteiligten auch für die die zu Hause bleiben. Mit tonnenweisem Gepäcke beladen, da zum Teil Schiffs Elektronik und wichtige Unterlagen nach Hause genommen wurden und jetzt wieder mitflogen haben wir unsere grossen Seefahrer verabschiedet auch mit Tränen, denn wer weiss was alles passieren wird. Keiner von den Dreien hat je den Atlantik überquert es sei denn im Flugzeug. Einschlägige Hochseeerfahrung haben alle aber ob sich das vergleichen lässt mit dem Atlantik? Im Bermuda-Dreieck verschollen, da müssen sie ja auch noch durch, mir graust vor der langen Zeit ohne Nachricht, denn anscheinend, und wie ich später feststellen muss völlig richtig, ist eine Funkverbindung erst nach den Bermudas möglich.

Ich verziehe mich in unser Häuschen nach Brissago und versuche ganz cool zu bleiben. Im Moment kann ich das noch, weil wir fast täglich miteinander telefonieren. Heiss sei es und mit viel Arbeit verbunden, der Mast muss wieder gestellt werden und das ganze Inventar gesichtet und neu sortiert werden, Einkauf für ca. 60 Tage mal 3 Mann plus Reserve muss eingekauft werden. Peter hat aber seine Winter-Hausaufgabe hervorragend gemacht und eine äusserst detailierte Einkaufsliste erstellt. Alles verlief reibungslos.

Zuguterletzt bekommt Frodon noch einen neuen Unterwasseranstrich und wie mir von meinem Kapitän bestätigt wurde hat sie sich hervorragend gehalten, was bei dieser professionellen Werft-Pflege auch kein Wunder ist. Langsam kommt der Zeitpunkt, nach zwei arbeitsreichen Wochen an Land die Frodon wird zu Wasser zu lassen.

Nun geht es erst einmal durch den Intracoastal Waterway nach Fort Pierce, um zum letzten Mal Wasser und Diesel zu bunkern.

They are on their Way back to Europe

Wie sich bestätigen wird ist eine Funkverbindung erst nach den Bermudas möglich und der erste Funkspruch sollte mich nicht einmal persönlich erreichen. Via Segelschule Ascona, welche den Anruf erhielt (Anneli und Wulf) schrieb mir Tina, in Form eines kleinen Briefchens die Nachricht ans Häuschen in Brissago, Frodon und Mannschaft ok, Wetter wunderbar. Ich war schon etwas traurig diesen ersten Funkspruch nicht selber erhalten zu haben, aber das ist halt so wenn man immer unterwegs ist. Meine Nervosität der letzten Tage hat sich aber trotzdem etwas gelegt.

Bei mir geht es jetzt auch etwas drunter und drüber, denn meine Abreise (1.Juni 1989) nach Horta Faial auf den Azoren steht vor der Türe. Mit Gepäck, welches mir fast die Arme ausreisst und das Genick bricht (Inhalt Rösti, Bratwürste, Bücher, Schlepp-Propeller und natürlich auch meine vielen verschiedenfarbigen T I Schiis) geht es ab begleitet von Mami Margrit und Noemi an den Flughafen. Dieser Familienabschied war sehr lustig und schön, machte mir aber schon etwas Angst wie es sein wird, wenn wir wirklich abreisen, und zwar beide für lange Zeit. Heute allerdings gings nur nach Lissabon, um dort zu übernachten und am nächsten Tag mit einer kleineren portugiesischen Maschine weiter nach Faial zu reisen. Mein Gepäck schien immer schwerer zu werden, obwohl ich in Zürich schon 140.- Franken für Übergewicht bezahlt hatte, fiel ich ein weiteres Mal der Waage zum Opfer, na ja wenn es halt sein muss, ich bezahle und schleppe mein Gepäck selber zum Flugzeug. Reisen kann ganz schön anstrengend sein, aber auch unerhört aufregend. Bei meiner Ankunft auf der Insel hatte ich das Gefühl ein Analphabet zu sein, Portugiesisch verstehe ich nun wirklich kein Wort. Mein Taxifahrer gab sich alle erdenkliche Mühe aber wir kamen nur brockenweise voran. In Horta angekommen radebrechten wir zusammen, dass ich eigentlich kein Hotel suchte, sondern eher etwas Bed & Breakfast ähnliches. Nach längerer Zeit wurden wir fündig, dank einem einheimischen Hotel-Portier welches Englisch sprach und der mir auch weiterhin ein guter Bekannter bleiben sollte. Wir fanden ein nettes kleines Haus und eine liebe Landlady welche mir, nach dem sie mich ausgiebig gemustert hatte ein Doppelzimmer für wenig Geld überliess. Da Horta sehr klein ist und der eigentliche Treffpunkt der Hafen ist, begab ich mich schon nach kurzer Zeit dorthin um möglichst schnell einen Kurzwellensender auf irgendeinem Schiff, welcher mir zur Verfügung gestellt werden könnte ausfindig zu machen. Welch ein schöner Hafen mit all seinen "Murales" an den Aussenmolen. Wie viele Stunden wurden hier verbracht, um Neptun zu danken für eine sichere Überquerung und eine ruhige Heim- oder Weiterfahrt zu bitten. Es juckte mich jetzt schon in den Fingern und meine Augen hielten Ausschau nach einem möglichst schönen und weithin gut sichtbaren Platz für mein (unser) Murales, welches noch schöner, noch bunter, aber sicherlich weniger Kunst darstellen sollte als die meistens dieser Oeuvres. Ich fand den Platz zwar noch nicht, aber einen Künstler, welcher im Begriffe stand seinem Bild den letzten Schliff und die italienische Flagge zu verpassen. Davide spontan wie alle Italiener nun mal sind, brachte mich sofort zu Marisa Locatelli, eine Italienerin aus Borgomanero am Lago Maggiore, auf die Octopuss Garden. Eine Grand Soleil 52 für welche sie allein verantwortlich ist bis zur Rückkehr des Eigners. Welch wundersame Fügung, zwei Frauen und ein Funkgerät sowie viele fröhliche Stunden, welche wir zusammen verbracht haben, Murales malend, Inselrundfahrt mit dem Inselbus, Blumen ausgraben und auf dem Schiff einpflanzen oder auch nur diskutierend über Gott und die Welt manchmal auch über die Seefahrt und ihre Tücken. Die Verbindung zur

Frodon und Ihrer Mannschaft war bald einmal hergestellt und unser Wiedersehn rückte endlich näher. Doch meine Geduld sollte nochmals auf die Probe gestellt werden, denn eines Abends kam gedrückte Stimmung durch den Aether, Motorschaden hervorgerufen durch Salzwasser im Diesel tank. Nun mussten unsere tapferen Seefahrer wie früher auf die

Segel zurückgreifen und konnten nicht wie vorgesehen bei fast keinem Wind mit HiIfe des Motors Faial anlaufen. Ich könnte laut schreien, aber das hilft ja auch nichts. Leider muss jetzt auch die Elektronik auf Sparflamme benutzt werden da die Batterien ja nicht mehr mit Hilfe des Motors aufgeladen werden können und der Schleppgenerator bedingt durch wenig Fahrt auch nicht mehr Topleistung bringt. Mit Hilfe des Radio Naval versuchen wir trotzdem über einen starken Sender die Frodon zu erreichen. Anscheinend haben sie uns gehört aber konnten nicht antworten, weil die Ausgangsleistung zu schwach war. Marisa und ich haben aber die Crew ganz schön zum Schwitzen gebracht, da sie dachten, dass wir nun eine Rettungsaktion einleiten werden. Das hatten wir aber auf keinen Fall vor, denn die Segel, das Schiff und die Besatzung war ok und deshalb wird es halt etwas länger dauern, aber ankommen werden sie bestimmt. Nach unserer Berechnung, wir waren ja immer im Besitze der neuesten Koordinaten bis zum Moment des Motorschadens, dürfte es noch etwa 4 Tage dauern, bis sie eintreffen werden.

Eines Morgens, ich hatte ein gutes Gefühl, ging ich runter zum Hafen um wie jeden Morgen mit Marisa Kaffee zu trinken. Ich wollte ihr mitteilen, dass ich glaubte die Frodon würde heute ankommen, was einen Tag zu früh wäre nach unseren Berechnungen. Wir entschieden uns, uns nicht alIzuweit vom Hafen zu entfernen. Als ich aber um ca. 10.00 zur Capitaneria ging, sah ich sie, ich glaub mich knutscht ein Elch, endlich waren sie da und wurden von Antonio eben jetzt zur Einklarierungsbehörde geschleppt. Welch eine Freude, alle gesund und munter anzutreffen. Dünn sind Sie geworden, aber putzgesund. Wir haben unsere Wiedersehensfreude gleich bei einem Gläschen Wein und einheimischer Küche gefeiert.

Nun geht die Arbeit aber weiter mit unserem Motor, aber dank den äusserst flinken und organisatorisch begabten Mechanikern war auch dies in ein paar Tagen geschafft. In diesen paar Tagen benutzten wir die Gelegenheit die Insel zu entdecken und Erfahrungen und Abenteuer von anderen Crews zu hören. Es waren wundervolle Tage zusammen mit

 "Do I t" (Belgien) mit Hubert, Monique, Nathalie und Eric de Vylder

- "Octopuss l s Garden (Italien) mit Marisa Locatelli

"L’ami d' EA  (Luxembourg) Fernand Nicole, Pol Steinhäuser

"Nausikaa" (Schweiz) Dr. Marlis und Roland Sauter und vielen anderen, deren Namen ich mich nicht mehr entsinne, denen wir aber, wer weiss, eines Tages auf unserer Reise wieder begegnen werden.

Nach einer wunderschönen und erholsamen Woche auf Faial kam auch für uns der Abschied. Er fiel uns schwerer als wir erwartet hatten. Gut verproviantiert nahmen wir unser zweitletztes Teil stück, welches uns nach Malaga in Spanien bringen sollte in Angriff.

Die Tage vergingen wie im Fluge bei schönstem Wetter und mässigem Wind kamen wir gut voran. Meine Bedenken, dass meine Anwesenheit sich störend auf die gut organisierte und eingespielte Crew auswirken würde, konnte ich beiseitelegen und mich völlig dem unerhört schönen Gefühl hingeben, endlich Zeit und Stress zu vergessen. Peter, Marco und Christian I s Wachen konnten durch mich verlängert werden, was sich entspannend auf alle auswirkte. Es wurde viel geschlafen, geträumt von der sich nähernden Küste Europas und viel nachgedacht wie es wohl zu Hause wieder sein wird. Auch die Küche konnte dank der guten Verproviantierung wieder etwas abwechslungsreicher gestaltet werden. Brote, die man kaum mehr aus dem Backofen zerren konnte, weil sie so gut aufgingen, Pizza ' s, Fruchtwähen gelangen uns hervorragend. Auch meine Bedenken, wie wird mein Zusammenleben mit Christian sein, bedürfen keiner weiteren Erklärung. Wir hatten zwei wunderschöne Wochen zusammen auf unserer Frodon, die im Moment zwar noch etwas verkommen aussieht, etwa so wie ich mir einen Seelenverkäufer vorstelle, aber immer mit unserer Vision einer etwas länger dauernden Reise auf unserer Frodon, welche bis dann im neuen Glanz erstrahlen soll. Eines Nachmittags, ich war allein als Ruderwache an Deck und las ein unheimlich spannendes Buch, nahm ich urplötzlich hinter mir ein Schnauben wahr. Mein Gott habe ich nun geträumt oder ist das

Realität. Ich drehte mich ganz langsam um und was ich da sah liess mich einen lauten Schrei ausstossen. Endlich waren sie da, Peter i s lang ersehnte Freunde, leider kann ich seine Begeisterung nur bedingt teilen. 4 Grosse Pott-Wale oder wie immer sie heissen mögen, ca. 12m lange und unheimlich elegant und flink, zugestandenermassen vergnügten sich mit, unter und neben der Frodon.

Mein Schrei liess alle blitzartig an Deck erscheinen mit verschlafenen Siesta-Augen aber der Kamera unter dem Arm. Es war zum Staunen wie auch zum Verrücktwerden, die Wale kamen fast bis auf Streichelnähe an uns heran und es schien ihnen Spass zu machen. Mir kamen plötzlich alle Yachtreporte, Schauermeldungen und Abwehr-Tipps in den Sinn aber ich 

ich habe trotzdem nichts unternommen ausser, dass ich mich mit ihnen innerlich unterhielt und sie bat doch bald wieder zu verschwinden, in den Weiten des Atlantiks. Nach ca. 1/2 Stunde fanden sie sich dann endlich bereit meinen Wunsch zu erhören. Wusch war das aufregend.

Bald einmal konnten wir die ersten Küstenformationen von Portugal sehen, um dann durch die Strasse von Gibraltar in Richtung Spanien zu segeln. Nachdem wir die Einfahrt gefunden hatten, wurde es allerdings etwas schwierig bedingt durch die vorgegeben Verkehrstrennungsgebiete für ein und auslaufende Schiffe. Da wir sehr dunstiges, nebliges Wetter hatten konnten wir uns schlecht am Ufer orientieren und der Sat-Nav gab auch keinen neuen Fixpunkt von sich. So meldeten wir uns bei einer Küstenfunkstelle. Mitten in der Nacht konnten wir alle gemeinsam die Lichter von Gibraltar bestaunen, waren aber trotzdem etwas traurig diesen doch sehr eindrücklichen Felsen und Yachthafen aus Zeitmangel nicht anlaufen zu können.

Gegen Morgen kamen wir in Fuengirola an, unserem ersten Spanischen Hafen. Die Einklarierung verlief reibungslos und wir konnten uns alsbald nach Einkaufsmöglichkeiten und kleinen Tavernen umsehen. Der Hafen ist zwar sehr schön und sauber aber der Ort ist volIgepflastert mit Wohnbunkern wie man sie fast überall an den Küsten Spaniens sieht. Im alten Kern jedoch war es ganz gemütlich unter Platanen zu sitzen und sich beim Engländer einen Gin-Tonic zu genehmigen. Wäsche waschen im Dorf sehr gut nur nicht billig. Unserem dringendsten Bedürfniss nach Diesel konnten sie allerdings nicht nachkommen, da sich sehr wenige Schiffstankstellen in diesem Küstenabschnitt befinden. Komisch bei so vielen Booten. Nach einer Nacht ging es wieder weiter nach Malaga wo Peter und ich leider ein etwas schnelleres Reisegefährt besteigen mussten.

Nachdem wir im Fischerhafen von Malaga unter kräftiger Mithilfe eines Einheimischen und seinem Auto doch noch zu unserem Diesel in Kanister kamen, mussten wir uns trennen und der Abschied fiel uns unheimlich schwer. Schön war's gewesen und hoffentlich kommt die Frodon mit unserer Restcrew sicher in Lavagna an. Wir konnten vom Flugzeug dann noch einen letzten Blick auf sie werfen und schon waren wir über den Wolken, mit Tränen in den Augen. Abschied nehmen fiel uns beiden nicht leicht, auch aus etwas unterschiedlichen Gründen.

Mein Chef hat mich schon sehnlichst erwartet und auch bei Peter ging' s ganz schnell wieder mit dem Alltagsstress weiter.

Für unsere beiden Seefahrer ging die Reise ohne nennenswerte Verzögerungen im Eilzugtempo über Menorca, Mallorca nach Lavagna in Italien.

Anfang Juni 89 dann war es endlich so weit, Ankunft nach 2 1/2 Monaten Atlantiküberquerung Leinen fest im Hafen von Lavagna. Ute mit klein Florian, noch fest bei Mami verankert, konnten überglücklich Marco wieder in die Arme nehmen. Auch ich bin schnellstmöglich wieder bei Christian und unserer Frodon. Bald darauf mussten auch wir unser Schiff alleine lassen, mit dem Wissen, dass die weitere Reise bestens organisiert war und der Landtransport in den besten Händen war. Ciao Frodon, das nächste mal sehen wir dich auf dem Lago Maggiore.

Wieder in Brissago erreichte uns dann allerdings eine traurige Nachricht. Der Firmenbesitzer und Arbeitgeber von Christian ist am Tag von seiner Ankunft in Lavagna gestorben. Christians Anwesenheit im Geschäft war nun dringend erforderlich und so reisten wir am selben Tag noch nach Meilen ab. Obwohl wir um die tödliche Krankheit wussten, waren wir schockiert und sehr traurig. Für die Familie ist es eine schlimme Zeit und auch wir müssen unsere Reisepläne um ein weiteres Jahr verschieben. In diesem Fall ist unsere Entscheidung richtig und auch angebracht denn eine Firma welche Christian so viel Vertrauen und Freundlichkeit entgegengebracht hat und auch weiterhin wird, da müssen unsere ganz persönlichen Wünsche hintenangestellt werden. Wir werden unsere Reise sicher nicht aufgeben aber um mindestens ein Jahr verschieben.


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